VÖGEL

 

Die Bilder eröffnen sich dem Betrachter in hellen Farben und milden Kontrasten. Der Protagonist – ein kleiner Singvogel. Oft alleine oder in kleinen Gruppen auftretend, bildet er das Motiv dieser Werkreihe.

Seine Bühne ist der Raum – die Landschaft. Sie ist einfach definiert durch zwei Ebenen, welche sich inhaltlich nur wenig voneinander unterscheiden. Oben könnte unten sein und umgekehrt. Es findet eine Annäherung statt. Dennoch bleibt der Horizont erkennbar und beschreibt das Trennende. Die Vögel erzählen von dem Überschreiten des Horizontes und es scheint, als übernehmen sie dabei die Aufgabe eines Boten.

Durch die Leere des Raumes und das Diffuse der Landschaft bekommen die Bilder einen stark träumerischen Charakter. Verstärkt wird dieser Ausdruck durch die Gestaltung der Vögel. In der Nahsicht wird deutlich, dass die Konturen der Vögel malerisch ein wenig aufgelöst sind. So wird ihre individuelle Grenze zu ihrer Umgebung durchlässig und sie können eine Verbindung zu dieser eingehen.

Die Szenerie strahlt etwas Flüchtiges und Unfassbares aus, als ob die Möglichkeit besteht, dass die Vögel im nächsten Moment davon fliegen können und uns nur noch von der Vergangenheit berichten. Bei dem Versuch, den Moment fest zu halten, wie im Bild „3 Meisen in perfekter Parade“, mutet es schon fast an wie eine Parodie, wenn sich die quirligen Freunde in Reih und Glied formieren. Ihre Eigenschaften zu zähmen wäre nur der beklagenswerte Versuch, sie wider ihrer Natur handeln zu lassen.

 

M. Götz